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1517 hat Luther in Wittenberg seine 95 Thesen veröffentlicht und damit einen weltweiten Umbruch in der christlichen Welt ausgelöst. Er wurde von den äußeren Veränderungen überrollt, dabei wollte er vor allem, dass sich das innere Verhältnis der Menschen zu Gott verändert. Luther war – unter anderem – auch ein Mystiker, der den Menschen das „religiöse Erleben“ nahebringen wollte. Diesem Anliegen ist auch der Oberbergische Lutherweg rund um Lieberhausen gewidmet, mit der „Bonten Kerke“ von Lieberhausen als Ausgangs- und Zielpunkt. Landschaft, Luther und die Liebe Gottes werden hier miteinander verbunden.

Auf dem Weg werden acht Stationen angeboten. Zu jeder Station gibt es eine meditative Anleitung, die Sie in einer Broschüre lesen können, die in der evangelischen Kirche in Lieberhausen ausliegt – die Sie sich auch anhören können, wenn Sie den dazugehörigen QR-Code in der Broschüre mit Ihrem Smartphone aufrufen. Zu jeder Station finden Sie auch interessante Lutherzitate und Zitate aus der Bibel. Machen Sie sich einfach mit Luther auf den Weg. Vielleicht finden Sie auch wie Luther mehr, als Sie jemals erwartet haben …

Kennzeichnung des Lutherwegs

Der Weg ist mit einem großen L im weißen Kreis gekennzeichnet. Er ist insgesamt 11,5 km lang und führt über Höhen und Tiefen wie im Leben sonst auch, ist aber für ungeübte Wanderer gut zu bewältigen. Landschaftlich ist alles dabei, was die oberbergische Landschaft zu bieten hat. Äußerer und innerer Weg – hier können sie gleichzeitig gegangen werden.

Wenn Sie Anregungen haben oder Fehler in der Markierung finden, schicken Sie einfach eine E-Mail an schulreferat@ekagger.de.

Der Evangelische Kirchenkreis An der Agger wünscht Ihnen ein anregendes und zugleich besinnliches Erlebnis von innerer und äußerer Wanderung.

Hier können Sie die Broschüre zum Lutherweg downloaden:

Titel Broschüre Lutherweg

Station 1: Da sein

Zu Beginn des Weges wird der Blick frei auf die Bergische Landschaft. Gegenüber liegt der Campingplatz mit vielen Dauercampern, die schon wissen, warum sie gerade diesen Platz gewählt haben.

 

Körpermeditation:
Ich bin da – getragen und gehalten.

Suchen Sie sich eine Stelle aus, auf der Sie gut stehen können. Schließen Sie die Augen und lassen Sie den Ein- und Ausatem Ihres Körpers in sich wirken. Lassen Sie Ihre Schultern frei – Sie müssen jetzt nichts tragen, nicht einmal sich selbst. Lassen Sie sich tragen, beginnend bei den Füßen, nach oben hin bis zum Kopf. Überlassen Sie sich diesem Empfinden des Getragen-Seins – geben Sie sich Zeit. Wenn Sie sich bereit fühlen, beginnen Sie Ihren Weg.

 

 

Martin Luther:
„Das Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung.
Wir sind’s noch nicht, wir werden’s aber. Es ist noch nicht getan oder geschehen, es ist aber im Gang und im Schwang. Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg.“

 

Aus Psalm 86:
Weise mir, HERR, deinen Weg, dass ich in deiner Wahrheit gehe.



 

Station 2: Unter mir

An der Abbiegung ist die Gelegenheit für eine erste kleine Pause, bevor es mit leichter Steigung nach oben weitergeht, mit Blick über das ganze Tal.

 

 

Körpermeditation:
Der tragende Grund

Suchen Sie sich eine Stelle, auf der Sie gerne stehen bleiben. Spüren Sie den Untergrund unter Ihren Füßen? Ist er hart oder weich?
Stehen Sie auf Asphalt, auf Gras, auf Moos oder auf Steinen? Hätten Sie Lust, diesen Grund auch ohne Schuhe zu spüren? Spüren Sie nach, wie Sie mit jeder Atembewegung Ihr Gewicht verlagern, wie sie ganz von selbst in eine innere Schwingung kommen. Fühlen Sie sich auf sicherem Grund? Können Sie sich einfach lassen, ohne über etwas nachzudenken? Versuchen Sie es für eine Weile!

 

Martin Luther:
„Hier stehe ich und kann nicht anders, Gott helfe mir, Amen!“

„Furcht tut nichts Gutes. Darum muss man frei und mutig in allen Dingen sein und feststehen.“

 

 

Aus Psalm 18:
Meine Füße macht er flink wie Hirschkühe und meine Tritte sicher auf Bergeshöhen. Weiten Raum verschaffst du meinen Schritten, sodass ich mir die Knöchel nicht verstauche.



 

Station 3: Über mir

Nach dem Durchqueren eines Nadelwäldchens weitet sich wieder die Perspektive nach allen Seiten. Hier ist der Himmel wirklich nah.

 

 

Körpermeditation:
Die Freiheit des Atmens

Nun sind Sie eingeladen, den Raum über sich zu erkunden. Stellen Sie sich gelassen und aufrecht hin und finden Sie einen guten Stand. Sammeln Sie sich und lassen Sie dann den weiten Raum auf sich wirken, der Sie von oben her umgibt. Spüren Sie, wie der Atem unwillkürlich weiter und tiefer wird?  Das ist Freiheit, die gespürt werden kann – Freiheit zum Atmen.
Heben Sie langsam Ihre Arme und erspüren Sie mit den Händen die Weite des Raumes. Dehnen Sie sich einige Male in diesen himmlischen Raum hinein. Überlassen Sie sich dabei der Bewegung des Atems. Lassen Sie ihn einfach geschehen, er kommt und geht von selbst.
Haben Sie die Weite in sich aufgenommen? Hat sich etwas in Ihrer Befindlichkeit oder Körperhaltung verändert?
Halten Sie auf Ihrem weiteren Weg immer mal wieder inne, dehnen Sie sich aus und genießen Sie die Freiheit des Atems.

 

Martin Luther:
„Die Barmherzigkeit Gottes ist wie der Himmel, der stets über uns fest bleibt. Unter diesem Dach sind wir sicher, wo auch immer wir sind.“

„Die Hilfe Gottes ist unser weiter Raum, der uns frei und fröhlich macht.“

 

Aus Psalm 36:
HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes  und dein Recht wie die große Tiefe. HERR, du hilfst Menschen und Tieren. Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!



 

Station 4: Neben mir

Unter einer hohen Fichte lässt sich rasten und gemeinsam der richtige Weg finden …

 

 

Körpermeditation:
Gemeinsamkeit

Suchen Sie sich einen Platz, der rechts und links neben Ihnen Raum lässt. Wenn Sie nicht alleine wandern, stellen Sie sich im Abstand zueinander nebeneinander auf. Spüren Sie den Kontakt mit dem ­Boden und lassen Sie Ihre Wahrnehmung langsam aufsteigen: über die Beine, das Becken, die Wirbelsäule hinauf bis in die Schultern und den Kopf. Die Knie bleiben locker, die Schultern ebenfalls. Schließen Sie die Augen und lassen Sie sich Zeit, bis der Kopf leicht und frei wird, getragen von der Wirbelsäule, in guter Balance. Der Atem geht leicht und frei.
Lassen Sie diese Leichtigkeit in die Arme hineinfließen, bis sie sich in die Räume neben Ihnen ausstrecken. Ihre Arme dehnen sich aus und lösen sich wieder, sanft im Rhythmus des Atems. Sie werden wie Flügel, wie von einem sanften Wind getragen.
Öffnen Sie jetzt die Augen, drehen Sie Ihren Kopf langsam nach rechts und nach links und nehmen Sie auf, was (oder wen) Sie sehen.

 

Martin Luther:
„Wenn die Schwermut dich überfällt, so sprich mit Freunden über Dinge, an denen du Freude hast.“

„Denke dir einen guten Freund, so hast du ein Bild, wie sich Gott dir in Christus anbietet.“

 

Psalm 133 (übertragen nach Spangenberg):
Es ist etwas Wunderbares, wenn Geschwister in Frieden miteinander leben. Und eigentlich sind doch alle Menschen Geschwister. Dazu hast du uns doch ernannt, lieber Gott.
Frieden zwischen Geschwistern ist wie ein wunderbares Aroma, das einen Raum durchströmt und frisch wie der Tau, der morgens glitzernd auf dem Gras liegt. Wo das ist, da ist dein Segen, lieber Gott, wunderbar und glitzernd über dem Leben bis hinter das Ende der Zeit.